Zum Ausdrucken und Nachlesen: Newsletter Dezember 2016


Bild "Newsletter/Newsletter Dezember 2016_13.jpg"„Da war schon viel Schönes dabei.“ Arno Leicht motiviert seine Sängerinnen und Sänger, die sich zur zweiten Herbst-Wies in Steingaden eingefunden haben. Wir singen „mutig vom Blatt“. Auch wenn nicht jeder Ton auf Anhieb sitzt und in die Ferne geht, wo ihn der Chorleiter gerne hätte, gibt es doch nur Lob von ihm.
Ich bin das erste Mal dabei und fühle mich aufgenommen in eine große Familie. Ich, die Jüngste im Bunde, genieße die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, egal welchen Alters. Denn uns verbindet die Liebe zur Musik, als Chormitglieder oder als Instrumentalisten. Und gleichzeitig werden Freundschaften geschlossen.

Am Vormittag wird geprobt für den Abschlussgottesdienst. Die zwei Stunden vergehen wie im Flug und könnten nicht nur für mich gerne etwas ausgedehnt werden. Aber die Teilnehmer, die sowohl im Chor als auch als Instrumentalisten aktiv sind, sollen und wollen mit der Kammermusik ebenfalls zu ihrem Recht kommen. Unter der Leitung von Franziska Glemser wird eifrig geprobt, wie man hört.


Bild "Newsletter/Newsletter Dezember 2016_14.jpg"Es geht locker und ungezwungen zu, es wird viel gelacht und gescherzt: Wir haben jede Menge Spaß und proben trotzdem hochkonzentriert. Und das liegt nicht nur an der angenehmen Runde der Teilnehmer, mit denen man schnell ins Gespräch kommt, sondern auch am Chorleiter Arno Leicht. Mit seiner nonchalanten Art schafft er es, die Leute mitzunehmen und zu animieren, auch mal italienisch zu singen – bei Mozarts „Sechs Notturni“ beispielsweise. Die spritzigen Abendlieder, die das Genie mal so nebenbei gedichtet hat, sind richtige Ohrwürmer, die in den Pausen im ganzen Haus erklingen. Und sie werden bei einem kleinen Hauskonzert, unterstützt durch die Kammermusiker, „aufgeführt“. Man darf sich fühlen wie bei Familie Mozart zu Hause. Dass die Instrumentalisten in der kurzen Zeit ebenfalls sehr engagiert sind, erleben wir Sänger bei den Stücken, die von Streicher, Klavier und Flöten zu Gehör gebracht werden. Eine Bereicherung der Woche sind auch das Volksliedersingen und der Tanz. Und natürlich dürfen zum Ausklang des Tages die lockeren Runden nicht fehlen.


Bild "Newsletter/Newsletter Dezember 2016_15.jpg"Ein besonderer Hörgenuss für uns Teilnehmer der Herbst-Wies ist das Konzert der Referenten. Mit der „Mondscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven hat sich Franziska Glemser ein faszinierendes Werk der Romantik ausgesucht. Für Gänsehaut-Feeling sorgt bei den Zuhörern auch Robert Schumanns „Liederkreis“ nach Gedichten von Joseph von Eichendorff, den Arno Leicht vorträgt.

Bild "Newsletter/Newsletter Dezember 2016_16.jpg"Die Mischung macht's bei der Herbst-Wies.

Neben der Musik steht auch die Region Pfaffenwinkel im Vordergrund. Für Teilnehmer der Sommer-Wies eine ganz neue Erfahrung. Denn nach den Vormittagen, die mit dem geistlichen Impuls zur Laudes beginnen und durch Wanderungen in die Umgebung ergänzt werden, stehen am Nachmittag Kunst und Natur auf dem Plan. Wir besuchen kleine Dörfer mit ihren prächtigen Barockkirchen, deren innere Schönheit einem von außen verborgen bleibt. Arno Leicht erweist sich als profunder Kenner des Barock, der auch einen (kunst-)historischen Einblick in diese Epoche gibt. Das nahe Füssen mit dem berühmten „Totentanz“ im Stadtmuseum und dem Ende der Romantischen Straße ist uns ebenso einen Ausflug wert wie der Holzbildhauer Thomas Ort oder eine Wanderung auf dem Buchenberg. Den freien Nachmittag nutzen einige auch, um an einem sonnigen Herbsttag das Schloss Neuschwanstein zu besichtigen.

Höhepunkt ist aber die Gestaltung des Gottesdienstes am letzten Abend in der Pfarrkirche von Steingaden. Hier stellen wir mit Werken von Leonhard Lechner und den „Seligpreisungen“ von Franz Liszt den Gottesdienstbesuchern vor, was wir in den fünf Tagen Herbst-Wies erarbeitet haben. Ein beglückendes Gefühl.


Bild "Newsletter/Newsletter Dezember 2016_17.jpg"Viel zu schnell sind die Tage verflogen, es hat unheimlich Spaß gemacht. Nach dem Reisesegen am letzten Morgen hoffen alle, sich im nächsten Jahr „in der Wies“ wieder zu sehen. Mir geht es nicht anders.

Diana Seufert