2. Rückblicke auf Sommer und Herbst 2013


2.1. Die Wieswochen 2013 in Schlagzeilen


Wies 1: Musikalische Pilgerreise

„Diese Musik vermittelt den Glauben einer Pilgerreise.“ (Schongauer Nachrichten)

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Foto: Schongauer Nachrichten

Wies 2: „TT“ und Preußen als Bayern verkleidet

Die Teilnehmer dieser Woche machen natürlich auch gute Musik und haben gelungene Aufführungen in der vollen Wieskirche. Nebenbei praktizieren sie aber einige ungewöhnliche Übungen:
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Foto: U.Sahm

Jeden Morgen treffen sie sich vor dem Frühstück zum „TT“. Niemand weiß, was „TT“ bedeutet. Was es mit diesem geheimnisumwobenen "TT" auf sich haben könnte, kann man aus den auf dem Foto erkennbaren Gegenständen erahnen: Taufrischer Tagesbeginn? Tägliches Training? Theologischer Tauchgang? Um es tatsächlich zu verstehen, muss man wohl dabei gewesen sein!

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Foto: U.Sahm

Bevor die Preußen – die meisten TeilnehmerInnen der Woche stammen aus NRW – zur Wieskirche gehen, werfen sie sich „in Schale“: in Dirndl und Lederhosen sehen sie fast aus wie bayrische Ureinwohner!


Wies 3: Viel Beifall für Uraufführung in der Wieskirche

„Impressionen einer Wallfahrt zur Wies“ heißt der Titel der Komposition von Jan Andrees. Das Besondere dieser Welturaufführung wurde dadurch gesteigert, dass in diesem Jahr in der Wieskirche zum 275. Mal des Tränenwunders gedacht wurde.

In den Schongauer Nachrichten wurde das Ereignis besonders beachtet: "Eine wunderbare Idee ist der Schluss der „Impressionen einer Wallfahrt zur Wies“. Nachdem die letzten Töne dieser Uraufführung verklungen sind, nehmen die dann ertönenden Glocken der Wieskirche die Komposition auf und bilden eine abschließende musikalische Einheit zum Zentrum der Wies: dem Gegeißelten Heiland."
http://www.merkur-online.de/lokales/schongau/steingaden/viel-beifall-urauffuehrung-wieskirche-3056381.html

Ein wenig getrübt wurde die Freude über das gelungene Konzert durch die Ankündigung von Klaus Andrees, dass er mit dem Ende dieser Tagung seine 13-jährige Mitwirkung als Leiter und Referent beenden werde. (s.2.4) Ab 2014 übernimmt Sebastian Erpenbeck, langjähriger Orchesterleiter von Wies 3, die Gesamtleitung der Woche.

Wies 4: „Arno Leicht sagt Servus“

Auch in Wies 4 steht eine große Veränderung an: Arno Leicht gibt die Chorleitung nach 18 Jahren in neue Hände. (s.2.4) Seine langjährige Arbeit in der LVHS Wies wurde von den Schongauer Nachrichten besonders gewürdigt.

Wies 5: „Mass of the children“ von John Rutter mit Kinderchor aufgeführt
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Foto: V. Sasse

Ein wesentliches Element der Wies 5, die in diesem Sommer zum 2.Mal statt fand, ist der Kinderchor, der es Eltern mit Kindern ermöglichen soll, gemeinsam einen musikalischen Familienurlaub zu verbringen. Unter der Leitung von Denise Weltken haben 16 Kinder und Jugendliche einen großen Teil des Parts für Children`s Choir in der „Mass of the children“ von John Rutter einstudiert und im Konzert in der Wieskirche mitgesungen.

Darüber hinaus wurden die Jüngsten von Anne Rademacher (die gleichzeitig die geistliche Begleitung der gesamten Tagung durchführte) betreut. Die Jugendlichen, die ihre Instrumente mitgebracht hatten, sammelten im Arbeitskreis Kammermusik erste Erfahrungen im Zusammenspiel und wurden durch den großen Beifall nach ihrer Aufführung beim Bunten Abend zum Weiterüben motiviert.

Auch in 2014 wird es bei Wies 5 wieder ein spezielles Kinder- und Jugendprogramm geben. Die Holzbläser-Referentin Katrin Heymann freut sich über zahlreiche Querflöten-Anmeldungen, für die sie ein spezielles Programm für Flötenensemble bereit hält.

Unter den Teilnehmerinnen der Tagung war Corinna Rösel-Tabken, Sängerin und Gesangspädagogin aus München, die im Bierstüberl von ihren Beobachtungen und Erlebnissen beim Chor-Coaching erzählte – „Anekdoten“, die aus dem Leben gegriffen waren und bedenkenswert für alle Chorleiter und Chorsänger sind. Nachlesen kann man sie in ihren Büchern, die im Strube-Verlag erschienen sind: „Kosmos Chor - Chorrekter Umgang. Wie Musik im Chor möglich wird.“ sowie „Und sie singen für Ihr Leben. Erzählung.“

2.2. Alte Musik am Seddiner See


Persönliche Eindrücke von Petra Schürkes-Schepping
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Zur Meditation einladender Blick
auf den Seddiner See
Foto: H. Wember

Ein wunderbares Wiedersehen mit vielen aus vorangegangen Veranstaltungen Bekannten gab es zu Beginn der diesjährigen Tagung in der Heimvolkshochschule Neuseddin Anfang Oktober.
Zum täglichen Morgenlob inspiriert wurden die TeilnehmerInnen schon allein durch den Blick aus dem Meditationsraum hinunter auf die Morgenstimmung des Sees.


„Dieses Jahr war für Sonntag die Messe in St. Peter und Paul und das Konzert am Nachmittag in der Erlöserkirche jeweils in Potsdam angesetzt. In Peter und Paul zu singen hat was wegen des schönen Innenraumes und der Akustik, die Erlöserkirche jedoch hat an beiden Punkten übertroffen. Besonders war, dass die Solisten und Flöten für das ein oder andere Stück aus der Chor- und Orchesteraufstellung auf die Empore wechselten und es enstand ein beeindruckendes Klangerlebnis, nicht nur für die Zuhörer. Für die Sänger dahingehend interessant, dass man sich durch den Kirchenraum ansang. Für mich persönlich war das der schönste und höchste Moment der Aufführung, da man selbst solistisch aus seiner Position heraus gefordert war, zum Einen um präzise mitzuhalten, zum Anderen um perfekt ergänzend dazu und mit zu singen. ….
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Chorleiter Kai Schulze-Forster
bei der Probe mit den Solisten
Foto: H.Pfeil

Das, was diese Musik-Woche der Werkgemeinschaft Musik, „Alte Musik am Seddiner See“ ausmacht, sind nicht allein die mit viel Geschmack und Bedacht ausgesuchten Stücke und das mehrchörige Musizieren, sondern die Menschen, die aus allen Richtungen, Alterklassen und Kompetenzen freudig zum Musizieren zusammen kommen.


Sehr beeindruckend: beim „Bunten Gesellschaftsabend“ am letzten Abend gab es ein Marionettentheater mit den während der Tagung im Arbeitskreis von Bettina Witt selbst hergestellten Puppen:


2.3. Auf- und Abstriche in Limburg


Unter Anleitung der von Simone Kurth und Kerstin Aengeneydt-Dittmar fand vom 13.-15.9.2013 das Consort-Wochenende statt. Da die Teilnehmerinnen das musikalische Programm bereits zu Haus hervorragend vorbereitet hatten, konnte den im Tagungshaus zusammengekommenen Zuhörern schon nach kurzer Probenzeit ein kleines Abschlusskonzert präsentiert werden, das mit viel Applaus aufgenommen wurde.
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Foto: H.Pfeil

Zur „Be-Geisterung“ im Musizieren und im Miteinander trugen Hubert Pfeils ausgewählte Worte im Morgenlob bei und die Gastfreundschaft im Haus der St.Vinzenz Palotti Stiftung.
Den Termin für das Consort-Wochenende im kommenden Jahr ( 29.-31.8.2014) sollten sich Gambisten unbedingt merken: neue Consort-GenossInnen sind herzlich willkommen!


2.4. Mitgliedertag und Mitgliederversammlung


Im Pfarrsaal der Kirche St.Barbara in Mülheim Dümpten trafen sich am letzten Septemberwochenende Führungskreis und Mitglieder der Werkgemeinschaft Musik zu ihren Sitzungen. Neben den regulären Protokollarien gab es Gelegenheit zu Geselligkeit und gemeinsamem Besuch der Abendmesse. Da war es für manch einen eine Überraschung, dass sich der Pfarrer von St.Barbara als ehemaliger WGM-Wochen-Teilnehmer bekannt hat und in seiner Predigt über die Werkgemeinschaft sprach.

An diesem Wochenende verabschiedete sich Klaus Andrees zusätzlich zur Beendigung seiner Tätigkeit in der Wies auch aus dem Führungskreis. In seiner „WGM-Hoch-Zeit“ war er sowohl organisatorisch ( 6 Jahre als Vorsitzender) als auch musikalisch aktiv, außer in der Wies noch in Altenberg, mit Familienmusicals genauso wie mit populärer Chormusik und den Werken John Rutters. Damit hat er einen großen Beitrag zum „Geist der Werkgemeinschaft“ im Allgemeinen und dem „Geist der Wies“ im Besonderen geleistet.
Sein Rückzug von der aktiven Seite der WGM ist ein einschneidender Entschluss – nicht nur für ihn, sondern auch für uns, die diese Entscheidung bedauern, aber selbstverständlich respektieren.

Auch der Abschied von Arno Leicht aus Wies 4 wurde den Mitgliedern bei der Mitgliederversammlung bekannt gegeben. Aus dem Führungskreis und dem Vorstand der WGM hatte er sich bereits vor einigen Jahren zurückgezogen.

Mathis Leicht und Hubert Pfeil gestalteten eine Collage für den "Dux Vocum":
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An dieser Stelle lohnt es sich, einmal genauer hin zu sehen, welch besondere Menschen Referenten der Werkgemeinschaft Musik sind:

Über die Professionalität im Bereich der Musik hinaus bringt jeder seine persönlichen Begabungen, seine Inspiration und nicht zuletzt seine Lebenserfahrung ein.
Für einen Außenstehenden mag es unverständlich sein, dass jemand während seiner Sommerferien 8 Tage und Nächte fast pausenlos im Einsatz ist, die gute Laune verbreitet, die er dabei tatsächlich selbst empfindet, weit über 100 Menschen motiviert und anleitet, sich zu konzentrieren und über sich selbst hinaus zu wachsen, um am Ende völlig erschöpft abzureisen - mit dem Wunsch, ein Jahr später wieder zu kommen, um sich abermals bis aufs Letzte zu verausgaben!
Welche Arbeiten und Aktionen, Erfolge und Hochgefühle, vielleicht auch Misserfolge und Enttäuschungen diese Tätigkeit mit sich bringt, weiß nur der Referent selber, ist quasi Berufsgeheimnis. Die TeilnehmerInnen aber sehen, spüren und schätzen, mit welch großem Elan, unerschütterlichem Optimismus und pädagogischem Einfühlungsvermögen die Vorbereitung und Durchführung der Musikwoche stattgefunden hat.

Für alles, was Klaus Andrees und Arno Leicht in der Wies, in anderen Tagungen, im Vorstand und Führungskreis getan haben, bedanken wir uns sehr herzlich bei ihnen und ihren Familien, wünschen ihnen alles Gute für ihre weiteren Aktivitäten und wünschen uns, dass sie auch weiterhin mit der WGM verbunden bleiben!