Eine kleine Liebeserklärung

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Es hat lange gedauert, bis ich von der Werkgemeinschaft Musik hörte,
lange, bis ich mich zum ersten Mal anmeldete,
lange, bis ich eine Zusage bekam,
lange, bis das Programm „ Kunst trifft Kunst“ initiiert wurde, an dem ich in Erfurt teilnehmen konnte,
lange, bis ich vom „Wieser Herbst“ erfuhr und ich im letzten Jahr etwas stolpernd hingefahren bin.

Die Katholische Landvolkshochschule Wies war für mich ein neuer Ort der Begegnung mit Menschen, die immer schon an den Wieser Musikwochen teilgenommen haben, mit Musik – Singen und Konzert – Wanderungen, Kunst und Kultur, und damit die Seele nicht zu kurz kommt, geistliche Begleitung. Ich fand viel Unterstützung, an- und hineinzukommen, mich im Haus und Umgebung zurechtzufinden, durch freundliche und hilfsbereite der dort arbeitenden Menschen, Gespräche mit wechselnden Tischnachbarn, (nur bayrisch erlebte ich teilweise als Fremdsprache, als Ausgleich haben wir viel miteinander gelacht) die angenehme Fahrgemeinschaft, den ersten Gruß im Flur: „Gehören Sie auch zu den Soldaten?“ gute Sängerinnen hinter mir, und nicht zuletzt oder eher zuerst durch Hubert Pfeil, der mich motivierte, trotz meiner Bedenken zu kommen und mich am Bahnhof abholte.

Mein An- und Hineinkommen ist für mich genauso wichtig gewesen wie das vielfältige Programm mit der Hauptsache Singen und Kammermusik, angereichert mit Wanderungen mit Blick auf die Ludwigschlösser, Besuch des barocken Kleinods „Maria Himmelfahrt“, Führung durch Oberammergau , musikalische Abende mit Oper und Literatur und schließlich als sehr schöner Abschluss: wir durften das Gelernte in der Kirche „Maria Geburt“ in Rottenbuch singen.

Natürlich bin ich zum Singen in die Wies gekommen. Nachdem ich viele Monate nicht singen konnte, habe ich dazu wieder Mut gefunden durch die akzeptierende und unkonventionelle Art von Arno Leicht, uns anzuleiten und zu motivieren. Oder haben Sie schon einmal gehört, dass Menschen, wenn sie mehr als 80 Jahr alt sind, noch gut singen können und sollen? Das war das schönste Erlebnis und Ergebnis. Danke.

Agnes Grevers