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Zum nunmehr fünften Mal veranstaltet die WerkGemeinschaft Musik in der Woche nach Ostern eine Kammermusikwoche für Bläser unter Leitung von Peter Wuttke im Haus Altenberg.
In diesem Jahr gibt es zwei Besonderheiten:
Einerseits findet das Abschlusskonzert erstmalig im Haus Fuhr in Essen-Werden statt, andererseits wurde die (übliche) Besetzung von 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörnern und 2 Fagotten noch um 2 weitere Hörner und ein Kontrafagott erweitert, so dass wir die beiden großen Bläserserenaden von Richard Strauss in den Mittelpunkt dieses Konzerts stellen können.

Beide Werke gehören zu seinen frühesten Kompositionen, die Serenade op.7 komponierte Strauss bereits als 17-jähriger. Dieses Werk gelangte zwischen 1881 und 1883 mehrfach zu Aufführungen, die mithalfen, seine schnelle Karriere als Komponist und Dirigent voran zu treiben. Hans von Bülow ermunterte ihn, ein weiteres Stück für Bläserensemble zu schreiben und so entstand im Herbst 1883 die Suite op.4.
Obwohl mit so jungen Jahren komponiert, ist beiden Werken die einmalige Strauss’sche Tonfarbe eigen. Neben melodischem Einfallsreichtum hilft ihm dabei auch die interessante Besetzung, in der die neun dunkel gefärbten Instrumente (Klarinetten, Hörner und Fagotte) gegenüber den hellen Flöten und Oboen deutlich dominieren.

Wilhelm Berger reiht sich in eine Reihe weniger bekannter Komponisten, die in Fortsetzung der durch Mozart mit seiner „Gran Partita“ und der c-Moll-Serenade begründeten Tradition großer Bläserserenaden auch im 19. und 20. Jahrhundert bedeutende Werke für 10 bis 14 Bläser schufen.
Handelt es sich bei Strauss Serenaden quasi um Jugendwerke, ist Bergers Serenade op.102 sein letztes komponiertes Werk, welches erst nach seinem Tod im Jahr 1911 uraufgeführt wurde.

Neben diesen drei groß besetzten Werken werden zwei zu Unrecht in Vergessenheit geratene Kammermusikwerke (wahrscheinlich in Auszügen) zweier deutscher romantischer Komponisten zu hören sein, die Serenade op. 14 für Flöte, Oboe, Klarinette, 2 Hörner und 2 Fagotte von Julius Röntgen und das Sextett op. 271 von Carl Reinecke.

Das Programm verspricht ein Fest für Freunde des romantischen Bläserklanges zu werden!

Peter Wuttke