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Seddiner See - Oktober 2011


Bildergalerie/Impressionen Seddin 2011 - Alte Musik auf alten Instrumenten

Zum 4. Mal trafen sich am Seddiner See Freunde der Alten Musik.

Bei herrlichem Sonnenschein trafen wir am Sonntag in der Lansvolkshochschule ein und erlebten wieder einmal, dass sich der Kreis von bekannten Gesichtern, die man voll Freude begrüßte, mit neuen Teilnehmern wohltuend bereichert hatte, vor allem im Bereich der Instrumente.

Schnell machte man es sich in den Zimmern bequem und traf sich dann zum wohlbekannten vorzüglichen Abendbuffet, um nach der Stärkung zur ersten gemeinsamen Probe.

Die Noten zum zu erarbeitenden Programm hatten wir im Voraus erhalten - nicht nur mir wurde es etwas mulmig, als ich mir die 5 Werke ansah, wahrlich ein gewaltiges Vorhaben. Gallus, Scheidt, Schütz, Viadana und Schein wurden da in doppelchörigen 8-stimmigen Kompositionen bis hin zu Scheins „Te Deum', 24-stimmig in knapp 4 Tagen erarbeiten - unmöglich! Der Kommentar von Herrn Witt: „Wenn es nicht flüssig geht, bleibt nur eins: üben!“

Und das taten wir dann auch, so manches Mal unter Stöhnen. Der Gallus, der vom Notenblatt so harmlos aussah, erwies sich als äußerst kapriziös, Schütz (den kann man doch vom Blatt singen, Pustekuchen!) musste richtig gebimst werden - ganz zu schweigen von Schein. Da dachten wir alle, jetzt ist die Grenze erreicht, das schaffen wir nicht.

Die Tage am Seddiner See sind aber nicht nur Arbeit, nachmittägliche Arbeitskreise vom Instrumentalensemble bis hin zu Basteln und Heiteres und Besinnliches von Busch und Schiller ermöglichten Abstand vom Musizieren. Die morgendlichen Andachten gaben Nahrung für Geist und Seele und das Bierstübl nach der letzten Probe eifrig besucht ließ den Tag je nach Lust und Laune in ernsthaften oder vergnüglichen Gesprächen ausklingen.

Das Wetter hatte sich unserem Arbeitspensum angepasst. Die uns begrüßende Sonne am Sonntag verzog sich bis zum späten Mittwoch, es regnete ergiebig, doch als sie am Donnerstag die über dem See stehenden  Nebelschwaden verschwinden ließ, strahlte sie, als wir in Potsdam das Mammutprogramm doch erfolgreich einem interessierten Publikum präsentieren konnten. Selbst das 'Te Deum' erklang wirklich als machtvolles Gotteslob. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn diese Komposition wird man nicht so leicht jemals wieder hören können.

Am Freitag trafen wir uns zu einem Abschiedsgottesdienst, der unter dem Motto stand: Einheit der Christen, ein Anliegen, das allen Teilnehmern am Herzen liegt.

Dank an alle Teilnehmer, Dank an alle Referenten, Dank an Michael Witt, der mit seinem Einsatz und seiner umsichtigen Organisation diese schönen Chor- und Orchestertage ins Leben gerufen hat. Beim abschließenden Feedback über die Tage war das allgemeine Fazit: Schön, sehr schön, aber wenn möglich das nächste Mal einen Tag länger. Was will man mehr.

Gerlinde Redzich