Als ich den Flyer für die Frühjahrsmusiktage in Altenberg in die Hand bekam, da war für mich gleich klar - geht nicht - denn Christi Himmelfahrt singen wir mit der Seniorenkantorei in der St. Marien-Kirche in Berlin Mitte. Da geht nichts.

Bettina Witt meinte nur zu mir, wir fahren im Anschluß direkt nach Altenberg, komm doch mit.

Na, das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Die ‚Nelson-Messe' vor zwei Jahren zum 60. Bestehen der Werkgemeinschaft, das war wirklich ein Erlebnis. Also, Noten für die ‚Harmonie-Messe' besorgen, möglichst noch eine Tonaufnahme, und dann (nach Menschick, Arnold Mendelssohn und Dulichius sowie Bach und Melchior Franck), ab nach Altenberg.

Es war ein glücklicher Entschluß. Wie auf allen Veranstaltungen der Werkgemeinschaft traf ich Musiker und Sänger wieder, die ich aus Altenberg, von der Wies, von den Alten Hasen etc. her kannte, man vertiefte die Gemeinsamkeit, lernte neu dazu Gekommene kennen, arbeitete so zusammen, daß der erste Eindruck (das schaffen wir nie) wie immer sich als Chimäre erwies. Das aber ist nur möglich, wenn sich ‚Profis', der augen- bzw. ohrenscheinlichen Situation (zu wenig Tenöre, die brauchen Unterstützung) anpassen und ein (allerdings sehr variabler) Bass den Tenor bereichert.

Die intensive Probenarbeit mit den inhaltlichen Interpretationen von Prof. Schepping taten ein Übriges. Ich glaube, jedem Sänger ging es so wie mir - wir wußten, was und warum wir sangen und konnten damit überzeugen und weitertragen.

Ich freue mich schon auf 2011, der nächsten Frühjahrsmusik, würde mich aber noch mehr freuen, wenn ich im Oktober am Seddiner See viele Mitstreiter wiedersehen würde.

Gerlinde Redzich