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Persönlicher Nachruf auf Dr. Engelbert Felten

von Thomas Berg
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Engelbert Felten und ich gingen seit 1965 gemeinsam in eine Klasse des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier.
Nach einiger Zeit erkannten wir, daß wir beide an Musik interessiert waren und freundeten uns an.
Nach dem Stimmbruch kam Engelbert, der in seiner Heimatgemeinde im Männergesangverein sang, auch in den von meinem Vater geleiteten Friedrich von Spee Chor.
Dort fiel er dann wegen seiner besonderen und sehr sicheren Stimme im Tenor auf und wurde auch wegen seiner Persönlichkeit geschätzt. Durch die gemeinsamen Erlebnisse im Chor wurde unsere Freundschaft intensiver und weitete sich auch auf meine ganze Familie aus.

Nach dem Abitur 1973 studierte Engelbert Theologie in Trier und München. Er wollte Priester werden und feierte seine Primiz im Jahr 1980. Bis 1982 wirkte er als Kaplan in Boppard und in den Jahren 1982-1986 als Religionslehrer am Staatlichen St. Matthias Gymnasium Gerolstein.
1988 wurde er zum Lehrbeauftragten der Theologischen Fakultät Trier und zum Domvikar ernannt. 1998 wurde er Dozent für Homiletik.
1990 promovierte er zum Dr. theol. mit dem Thema “Die Sicht der Kirche: Ekklesiologische Entwürfe in der Fundamentaltheologie der Gegenwart“.
Seit dem Jahr 1983 engagierte er sich in der Werkgemeinschaft Musik als Geistlicher Begleiter von vielen Chor- und Orchesterwochen in Wies. Hier war er natürlich auch als Chorsänger sehr begehrt.

Engelbert verstand es, in sehr persönlichen Worten Glaubensinhalte verständlich zu machen und sprach besonders die jugendlichen Teilnehmer mit seiner authentischen Art an. Er hat mit Gottesdienstformen experimentiert, uns morgens sogar zu einer Wallfahrt in die Wieskirche bewegt (mit reger Teilnahme). Immer war die Bedeutung der Theologie in der Musik sein Thema; er verband in jeder Musikwoche die Themen der aufgeführten geistlichen Werke mit den Predigten.

Diese Geistliche Begleitung war in den Jahren 1983 bis 2002 sein Schwerpunkt der Sommerferien. Doch er mußte sich von dieser ihm sehr wichtigen Aufgabe zurückziehen, da er im Jahr 2000 zum Leiter des Theologisch-Pastoralen Instituts (TPI) der Bistümer Limburg, Mainz und Trier ernannt wurde. Diese Doppelbelastung neben seiner Tätigkeit als Dozent für Homiletik an der Theologischen Fakultät Trier forderte, daß er unbedingt seinen Urlaub im Sommer benötigte.

Seit 1985 war Engelbert Mitglied des Führungskreises der Werkgemeinschaft Musik, seit 1997 Mitglied des Vorstands und in den Jahren 2000 bis 2003 der Vorsitzende der WGM.
Nach Beendigung seiner Tätigkeit als Leiter des TPI im Jahr 2015 engagierte sich Engelbert weiterhin als aktiver Tenor im Speechor Trier und war dort auch als Vorstandsmitglied tätig. Er übernahm zudem eine seelsorgerische Aufgabe in der Pfarreiengemeinschaft Waldrach bei Trier.

Am vergangenen Sonntag, den 3. März. ist er überraschend einem Herzinfarkt erlegen.
Ich vermisse einen warmherzigen und unserer Familie sehr verbundenen Freund.

In der Predigt des Requiems für meinen Vater fand Engelbert diesen Schluß:

Wirklich trösten kann nur der Glaube, dass das Leben stärker ist als der Tod.
Wenn es gesagt wird, klingt das oft abgegriffen, abgenutzt, verbraucht.
Eben doch wie Vertröstung, nicht Trost.
„Wo bleibst du Trost...?“

Aber wir haben keinen anderen Trost als diese alte, tausendmal gesagte und gehörte Botschaft:
Weil Jesus Christus auferstanden ist, ist der Tod besiegt.
Seine – des Todes – alles in Frage stellende Macht ist ihm genommen.
Gottes Trost für uns hat ein Gesicht und einen Namen.
Das Gesicht und den Namen des Mannes aus Nazaret.

So einfach ist das – und so schwer zu glauben.
Weil es alles Ausgedachte und für möglich Gehaltene übertrifft.


Dass Engelbert Felten diesen Gottes-Trost von Angesicht zu Angesicht sehen möge,
das hoffe ich für ihn.

Thomas Berg

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