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Für die Verdienste um die kulturelle Entwicklung des Rheinlands hat der Landschaftsverband Rheinland auf Beschluss des Kulturausschusses der Landschaftskammer Rheinland unser langjährigen Vorstands- und Führungskreismitglied Herrn Prof. Dr. Wilhelm Schepping am 13. August 2008 mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zeichnet seit 1976 Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die kulturelle Entwicklung des Rheinlandes verdient gemacht haben, mit dem Rheinlandtaler aus.

Prof. Dr. Wilhelm Schepping, geboren am 17.12.1931 in Neuss, studierte Schulmusik an der Musikhochschule Köln u.a. bei Hans Mersmann (Werkanalyse), Rudolf Petzold (Musiktheorie und Tonsatz), Paul Mies (Musikpädagogik) und Hermann Schroeder (Partiturspiel, Generalbass, Chor- und Orchesterdirigieren). Während des Studiums sang er in dem von Schroeder geleiteten Madrigalchor der Hochschule und war von 1948 bis 1959 außerdem Mitglied und später auch stellv. Dirigent der von Fritz Schieri gegründeten und geleiteten Heinrich Schütz Kantorei Neuss. An der Universität Köln studierte er Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Pädagogik. Anschließend war er von 1959 bis 1968 im Schuldienst tätig und trat 1968 in den Hochschuldienst ein. Er wirkte zunächst als Professor an der Pädagogischen Hochschule Neuss und der Universität Düsseldorf, später als o. Prof. und Seminardirektor an den Universitäten Aachen und (seit 1985) Köln. Dort war er von 1992 bis 1999 zugleich Direktor des Instituts für Musikalische Volkskunde.

Parallel zur Lehr- und Forschungstätigkeit leitete Schepping als Chor- und Orchesterdirigent u.a. zahlreiche Konzerte des von ihm 1957 gegründeten und 30 Jahre geleiteten Neusser Kammerorchesters sowie der Hochschulensembles in Neuss, Düsseldorf und Aachen, ferner Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenaufnahmen. Mehrere Jahre war er Mitglied im Präsidium des Landesmusikrates Nordrhein-Westfalen, außerdem 1984-1988 Vorsitzender der Landesfachgruppe Musikpädagogik NRW und 1982-88 der Kommission für Lied-, Musik- und Tanzforschung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, langjährig auch Führungskreis- und Vorstandsmitglied der Werkgemeinschaft Musik. Seit 1988 ist er Mitglied der Kirchenmusikkommission des Erzbistums Köln.

Sein umfangreiches publikatorisches Wirken widmet sich insbesondere den Bereichen musikalische Volkskultur, historische Lied-, Sing- und Volksmusikforschung, Hymnologie, neues geistliches Lied, oppositionelles Singen in der NS-Zeit.

Schepping wurde 1983 mit dem Großen Stadtsiegel der Stadt Neuss und der Ehrenmedaille der Universität Nantes/Frankreich ausgezeichnet. Er ist seit 1993 Ritter des päpstlichen Gregoriusordens und seit 2003 Träger der Franz Peter Kürten-Auszeichnung für besondere Verdienste um volkskundliche Forschung und rheinische Mundart.

Sebastian Erpenbeck nahm an der Verleihung des Rheinlandtalers in Köln stellvertretend für die Werkgemeinschaft Musik teil, die sich sehr über die Auszeichnung ihres Mitglieds Wilhelm Schepping freut und ihm herzlich zu dieser Ehrung gratuliert.

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