Musik, Glaube und Gemeinschaft


Drei profilbildende Kennzeichen
der WerkGemeinschaft Musik


Die Musik ist der Anlass, warum wir Jahr für Jahr an verschiedenen Orten zusammenkommen, um miteinander zu musizieren und uns gegenseitig damit zu erfreuen. Dabei entsteht während dieser Woche eine Gemeinschaft, die über diese Woche hinaus wirkt. Teilnehmer und Teilnehmerinnen jeden Alters fühlen sich dieser Gemeinschaft auch in ihrem Alltag verbunden und vernetzen sich z.B. digital, um dieses Gemeinschaftsgefühl über das Jahr hinweg zu erfahren. Viele Freundschaften hatten da ihren Ursprung, manche Liebschaften, Hochzeiten und Familien nahmen hier ihren Anfang.

Das Kennzeichen des Glaubens ist im 21. Jahrhundert nicht mehr selbstverständlich und hat in der Werkgemeinschaft seine eigene Geschichte. Es geht zunächst auf die Gründungsmütter und -väter zurück, die aus der kirchlichen Jugendbewegung kamen und auf dem Gebiet der Musik kulturelle Aufbauarbeit im Nachkriegsdeutschland leisten wollten. Für sie war es selbstverständlich, bei ihren Zusammenkünften auch Gottesdienste zu feiern, vor dem Essen ein Tischgebet zu sprechen oder zu singen und sogar theologische Themen in Form von Vortrag und Diskussion zu integrieren. Diese Traditionen haben sich bis heute erhalten, auch wenn die Formen sich verändert haben.

Die Musik ist der Ort, an dem sich Himmel und Erde begegnen. Wenn wir Musik hören und erleben, entsteht ein Zauber, der unseren Alltag weit übersteigt und uns eine überweltliche, transzendente Macht ahnen lässt. Für viele Teilnehmender unserer Wochen ist Musik ein Ort der Gottesbegegnung, und das nicht nur bei der Aufführung und dem Hören geistlicher Werke. Hier finden wir eine musikalische Gemeinschaft, die sich fast wie ein Wunder einstellt zwischen vielen Menschen, die für relativ kurze Zeit zusammen sind. In all unseren Veranstaltungen begegnen sich Himmel und Erde, Menschen untereinander und Menschen mit Gott. Die oben erwähnten Gottesdienste geben die Möglichkeit, dieses Geschehen zu deuten, Freude und Dank Ausdruck zu schenken und das gemeinsame Erleben in eine rituelle Form zu bringen.

Dieses Zusammen von Musik, Glauben und Gemeinschaft verdichtet sich regelmäßig am Ende unserer Veranstaltungen:

Der feierliche Abschlussgottesdienst feiert die Woche des gemeinsamen Lebens und Musizierens, die darin erlebten Begegnungen mit Gott und den Menschen und das mit und durch die Musik.

Das anschließende Konzert ist das Fest der Musik, bei dem die Begegnungen zwischen Himmel und Erde stattfinden und das sowohl für die Musiker als auch für die Zuhörer. Und wenn das dann in einem Raum wie dem der Wieskirche stattfindet, wird diese wunderbare Begegnung um die Dimension des Sakralraums ergänzt.

Zuletzt gibt es ein festliches Essen und einen fröhlichen Abschlussabend, an dem die entstandene Gemeinschaft sich selbst feiert. Da zeigt sich die Fülle des Lebens, die Jesus den Menschen zugesprochen hat:
Ich will, dass sie das Leben haben, das Leben in Fülle. (Joh 10,10).